Interview mit Martin Hubschneider Gründer & Visionär der
CAS Software AG
Wachstum und Erfolg trotz herausfordernder Zeiten, KI als Treiber, digitale Souveränität als Prinzip und eine Vision für eine bessere Gesellschaft: Martin Hubschneider, Gründer und Vorstand der CAS Software AG, gibt im Interview u.a. Einblicke in die aktuelle Entwicklung und strategische Ausrichtung des Unternehmens, erklärt das Konzept Customer Centricity as a Service, und zeigt, warum er mit der WeSociety weit über Software-Lösungen hinausdenkt.
Wie geht es dir persönlich?
In diesem Jahr gab es für uns eine Weltpremiere. Pippa, mein erstes Enkelkind, hat das Licht der Welt erblickt. Die zweite Enkelin hat sich schon für Juli angekündigt. Die Potenzialentfaltung der Kinder macht uns das Wunder des Lebens bewusst und Lebensfreude erlebbar.
Mein Lebensmotto „Positiv denken verzaubert.“ steht nicht für einen naiven Optimismus, sondern drückt die Überzeugung aus, mit befreiender Lösungsfindungszuversicht, attraktiven Zukunftsbildern und alternativen Möglichkeitsräumen aktiv und gestaltend zu wirken.
Wie geht es der CAS Software AG Gruppe?
Trotz der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbrüche hatte die CAS sowohl in ihrer Umsatzentwicklung und Gesamtleistung als auch beim Gewinn ein außergewöhnlich erfolgreiches Jahr. Über 29 Prozent unseres Umsatzes (!) haben wir aus dem laufenden Geschäft in Innovation und damit in unsere gemeinsame Zukunft investiert.
Wir freuen uns in diesem Zusammenhang sehr, dass unser Team mehrfach als herausragend innovatives Unternehmen in Deutschland ausgezeichnet wurde. Das SZ Institut der Süddeutschen Zeitung (!) und Creditreform zeichnen Jahr für Jahr die innovativsten Unternehmen aus: Nach dem Platz 1 in 2024 durften wir uns 2025 über Platz 4 freuen. Ununterbrochen seit der Gründung vor 40 Jahren konnten wir einen Gewinn ausweisen und haben diesen auf neue Rechnung vorgetragen.
Mit einem Eigenkapital von ca. 30 Mio. Euro (EK-Quote 78,2%) ist die CAS nicht nur vollständig unabhängig von Banken-Fremdkapital, sondern sind in der Lage antizyklisch in unsere gemeinsame Zukunft zu investieren.
„Danke an alle Kunden, Partner und Mitgestalter, und für ein Rekordjahr 2025“
Gerade in diesen bewegenden Zeiten genieße ich es sehr, dass ich von einem exzellenten Team von Mitgestaltern in der CAS, aber auch von einer Wertegemeinschaft von Partnern und Kunden umgeben bin. Unser Innovationfestival mit großartigen Präsentationen unserer Mitgestalter und von Referenzkunden haben unseren Anspruch auf Zukunftsgestaltung und unsere vielfältigen Innovationserfolge eindrucksvoll demonstriert. Ich bin dankbar, dass wir als CAS-Team gestaltend wirken können und einen wichtigen Beitrag für eine digital souveräne WeSociety leisten können.
Auf welche Investitionsschwerpunkte fokussiert die CAS?
Wir investieren in vielen Bereichen gleichzeitig. Besonders hohe Investitionen gehen in unsere Softwareplattformen CAS genesisWorld, SmartWe, We.Network, CAS Merlin und die SmartMaps. Durch die Kombination von SmartWe/CAS genesisWorld und We.Network entsteht mit Community CRM gerade eine ganz neue Softwarelösung. Aus meiner Sicht wird jedes Unternehmen und jede Organisation in der Zukunft ihre Kunden und Partner via We.Network direkt an ihr CRM-System anbinden und dadurch einen unmittelbaren Dialog ermöglichen.
Dabei geht es uns immer um eine außerordentliche Zukunftssicherheit für unsere Kunden:
Alle Lösungen werden von uns in zertifizierten Rechenzentren in Deutschland gehosted. Unsere Lösungen ermöglichen eine hohe Adaptivität an neue Kundenbedürfnisse. Die Anpassungen dafür benötigen nur sehr selten Programmierung – üblicherweise können sie mit dem AppDesigner oder durch Modellierung release-sicher umgesetzt werden. Unsere Nutzerschnittstelle SmartDesign gilt weltweit als herausragend nutzerfreundlich und faszinierend einfach: In diesem Jahr stellen wir mit SmartDesign 3.0 eine neue Generation mit viel integrierter AI vor. Wir freuen uns schon auf die Reaktion der Kunden und Anwender.
Wir investieren aber auch in viele Branchenlösungen wie z. B. unsere Lösung für Autohäuser oder Lösungen für die Anbindungen an andere fair.digitale Softwarelösungen.
Wo steht die CAS bei der Nutzung von künstlicher Intelligenz (AI)?
Wir waren bereits 2016 mit unserer intelligenten Picasso-Suche mit „Ich suche nicht – ich finde.“ einer der Pioniere weltweit. 2021 haben wir uns dann die Wortmarke AIA (Augmented Intelligence Assistants) schützen lassen und in Folge unter diesem Brand eine Vielzahl von AI-Assistenten auf den Markt gebracht.
Beim Customer Centricity Forum stellen wir erstmals das Konzept von PIA vor – unseren einzigartigen digitalen Assistenten. Die ersten Anwendungen werden bereits live gezeigt.
„In der Zukunft wird jeder Mensch seinen persönlichen, digitalen Assistenten (PIA) haben.“
PIA hat Zugriff auf das persönliche Wallet einschließlich der Präferenzen des Nutzers und wird „seine“ digitalen Service-Assistenten und Agenten orchestrieren.
Ganz neu begeistert unser innovatives AI-Coding, mit dem die Logik der SmartDesign Oberfläche natürlich sprachlich programmiert werden kann. Uns geht es immer darum, dass AI transparent ist und die letzte Entscheidung immer beim Menschen bleibt.
„Wir wollen, dass AI dem Menschen dient - und nicht umgekehrt.“
KI kann uns in bestimmten Bereichen immens Arbeit abnehmen. Wir sollten trotzdem umsichtig und in vollem Bewusstsein die neuen Technologien nutzen. Bei CAS gibt es eine KI-Richtlinie, die z. B. die Softwareentwickler klar darauf hinweist, dass sie – auch wenn der Code von der KI entwickelt wurde – trotzdem für jede Codezeile verantwortlich bleiben und diese weiterhin im 4-Augen-Prinzip in unsere Software-Plattform übernommen wird.
Meine persönliche Einschätzung: Nach dem aktuellen Hype und dem mörderisch wirkenden Überbietungswettbewerb im Aufbau von Rechenzentren werden wir feststellen, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Auch wenn ich persönlich die Fortschritte bei AI atemberaubend und faszinierend finde, so beobachte ich aber auch eine zunehmende, enorme Komplexität, neue sehr gefährlichen Abhängigkeiten, ein übermäßiges Vertrauen in manipulierbare Blackboxes und in vermeintliche AI-Experten sowie die häufig fehlende „Compliance“, d.h. die Sicherstellung der Einhaltung von Gesetzen und Regeln.
Was ist eigentlich CCaaS?
Ja, das klingt wie ein neues Schlagwort – für uns ist es aber der Start in eine neue Welt. CCaaS steht für Customer Centricity as a Service, d.h. CCaaS bietet umfassende Unterstützung für eine erfolgreiche Einführung und Optimierung der CC-Prozesse bei unseren Kunden.
„CAS Software wird das erste fair.digitale Unternehmen sein, das Customer Centricity as a Service als systemische Gesamtlösung anbietet.“
Am 25. Juni 2026 werden wir auf dem Customer Centricity Forum zum ersten Mal unsere erweiterte Unternehmenspositionierung vorstellen. Wir sind fest davon überzeugt, dass Unternehmen, die das Unternehmensleitbild Customer Centricty leben, deutlich erfolgreicher sind und die Menschen, Partner und Kunden auch deutlich mehr Lebensfreude verspüren. Tatsächlich unterstützen unsere Software-Plattformen wie CAS genesisWorld, SmartWe, CAS Merlin CPQ und We.Network Customer Centricity „by design“. Aber das Unternehmensleitbild Customer Centricity wirkt erst dann, wenn es im Mindset und Wirken jedes Mitgestalters eines Unternehmens erlebbar wird, wenn jeder Prozess optimiert ist, wenn jedes Produkt und jede Dienstleistung den Kundenerfolg und Win-Win im Fokus hat. Dazu benötigen die Menschen neue Skills, die Prozesse, Produkte und Dienstleistungen müssen überdacht werden. Wir werden Customer Centricity messbar und optimierbar machen. Dafür werden wir ein Ecosystem von Partnern um uns herum aufbauen und zertifizieren. u.a. in einer ganz neuen, top-innovativen Akademie. Seien Sie gespannt auf unsere neuen Angebote rund um Customer Centricity.
Lassen Sie uns gemeinsam die Weichen für die Zukunft stellen und begeisternde We-Momente gestalten: Am 25. Juni 2026 erwarten Sie spannende Impulse für Ihre Digitalisierungsstrategie und die Ausrichtung auf Customer Centricity.
Seit Jahren forderst du die Digitale Souveränität für Europa – plötzlich wollen es alle
Ja, in diesem Punkt kann ich dem amerikanischen Präsidenten dankbar sein. Er hat das Bewusstsein dafür geschärft, dass wir sowohl im Bereich von IT und insbesondere bei den Softwareplattformen als auch bei AI massiv von nichteuropäischen Anbietern wie beispielsweise aus den USA abhängig sind.
„Digitale Souveränität fördert die Unabhängigkeit und Selbstbestimmung von Unternehmen, Organisationen und Bürgern in Europa.“
Digitale Souveränität bedeutet, dass Unternehmen unabhängig entscheiden können, ihre Abhängigkeiten kennen und im Notfall schnell wechseln können.
Wir sind dazu unter anderem in verschiedenen Organisationen aktiv. Als Vize-Präsident des Bundesverbandes IT Mittelstand (BITMi) habe ich die Siegel „Software made in Germany“, „Software made in Europe“ und „Software hosted in Germany“ initiiert. Im März hat Digitalminister Dr. Karsten Wildberger dafür die Schirmherrschaft übernommen. Das zeigt: Die Politik unterstützt unsere Initiative. Mit dem gemeinnützigen Verein fair.digital möchten wir noch mehr: Das fair.digital-Siegel und Leistungsversprechen soll eine Kaufempfehlung und Wegweiser für digital souveräne IT-Lösungen sein. Das Ziel: Eine Wertegemeinschaft, die sich am Vorbild von Bioland, Demeter oder Naturland orientiert, und die Unternehmen und Organisationen dabei unterstützt, digital gesund aufgestellt zu sein.
Du sprichst oft von WeSociety. Was können wir darunter verstehen?
Ich bin davon überzeugt, dass das auf Gewinnmaximierung ausgerichtete Gesellschaftssystem durch etwas Neues abgelöst werden muss.
„Die einseitige Gewinnmaximierung beweist sich im Zeitalter der Plattformökonomie als brandgefährlich – wir brauchen nun eine Gesellschaftsform, die das Gemeinwohl fördert.“
Wir nennen das Neue die WeSociety: Die neuen Ziele sind das Streben nach Gemeinwohl, das Wohlbefinden für jeden einzelnen Menschen, die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft und eine gesunde Mitwelt. Dabei geht es nicht um die Abschaffung marktwirtschaftlicher Mechanismen, sondern um die Anwendung gemeinwohlorientierter Grundregeln und transparentem Einfluss von Lobbyisten.
„Die WeSociety fördert die Orientierung am Gemeinwohl, stabile Win-Win Ecosysteme, einen zukunftsfähigen Planeten, ein friedliches Zusammenleben und die Potenzialentfaltung für jeden einzelnen Menschen.“
Wir denken, dass die WeSociety speziell für Softwareplattformen eine neue am Gemeinwohl und digitaler Souveränität orientierte Unternehmensform benötigt. Wir nennen sie WeCompany. Dieser Unternehmenstyp im Rahmen einer europäischen Aktiengesellschaft (SE) kann nicht von Konzernen übernommen werden: Die stimmberechtigten Aktien liegen dauerhaft ausschließlich bei aktiven Mitgestaltern, Partnern und Kunden. Sie nutzen auch eine starke Marktposition nicht aus: Eine WeCompany begrenzt ihre Gewinne auf max. 10 Prozent des Umsatzes – alles darüber hinaus wird in Innovation investiert oder führt zu Preissenkungen, die beide allen Kunden zugute kommen. Mit SmartWe World SE und der We.Network Community SE haben wir nun die die beiden ersten WeCompanies gegründet.
Wir stehen mit der Definition und Umsetzung der WeSociety noch ganz am Anfang und sehen es als einen gemeinsamen Prozess von vielen Welt-Mitgestaltern.
Wie geht es weiter?
Für die Welt kann ich es noch nicht sicher vorhersehen. Es bleibt auf jeden Fall spannend. Wir wollen allerdings mit unserer Unternehmens-Gruppe einen wichtigen Beitrag zur WeSociety leisten – in Zukunft auch mit Beteiligungsmöglichkeiten für unsere Kunden, Partner und Mitgestalter.
Wir stellen diesen Sommer neue Generationen unserer Softwareplattformen vor: Besonders bei unseren WeCompanies SmartWe und We.Network können unsere Kunden auf vielfältige Innovationen gespannt sein. Aber auch neue WeCompanies werden gegründet: Die WeSynergy SE, die WeInvestment SE und eine SE für die neue Akademie. Noch wichtiger ist uns allerdings die Umsetzung unserer Vision, die gleichzeitig unser Motto ist:
„Menschen verbinden“.
Wir wollen gemeinsam fair.digitale Software-Plattformen schaffen, die Mitgestalter, Partner und Kunden vernetzen, damit sie die WeSociety der Zukunft mitgestalten. Wir laden Sie herzlich ein: Lassen Sie uns gemeinsam die Welt der nächsten Generationen lebenswert gestalten.
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